Der Firmenwagen ist für viele GmbH-Geschäftsführer der größte geldwerte Vorteil neben dem Gehalt. Ob daraus eine günstige oder eine teure Gestaltung wird, entscheidet sich an wenigen Stellschrauben: der Bewertungsmethode, der Antriebsart und einer sauberen vertraglichen Grundlage. Dieser Beitrag von Emundts & Stoffels ordnet die Regeln für 2026 ein und zeigt, worauf es beim Gesellschafter-Geschäftsführer besonders ankommt. Die laufende Begleitung dazu finden Sie auf der Seite Steuerberatung.
Der geldwerte Vorteil aus der privaten Nutzung
Stellt die GmbH einen Wagen, den der Geschäftsführer oder ein Arbeitnehmer auch privat fahren darf, ist diese Nutzungsmöglichkeit ein Sachbezug. Sie wird wie zusätzlicher Lohn behandelt und nach § 8 Abs. 2 EStG bewertet. Auf den so ermittelten Betrag fallen Lohnsteuer und Sozialabgaben an, beim Geschäftsführer also dieselbe Belastung wie auf Barlohn.
Steuerlich entsteht der Vorteil bereits durch die Möglichkeit der Privatnutzung, unabhängig davon, wie viele Kilometer tatsächlich privat gefahren werden. Wer das Fahrzeug nachweislich gar nicht privat nutzen darf, braucht dafür ein vertragliches Verbot und organisatorische Maßnahmen, die das auch absichern. Andernfalls greift die Vermutung der Privatnutzung. Für die Bewertung des Vorteils stehen zwei Wege offen: die pauschale Ein-Prozent-Regel und das Fahrtenbuch.
Die Ein-Prozent-Regel im Detail
Bei der Pauschalmethode setzt das Finanzamt pro Monat 1 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises an, gerundet auf volle hundert Euro und bezogen auf den Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG). Maßgeblich ist immer der Neuwagen-Listenpreis inklusive Sonderausstattung und Umsatzsteuer, auch bei einem gebraucht gekauften Wagen. Rabatte spielen keine Rolle.
Pendelt der Nutzer zur ersten Tätigkeitsstätte, kommen für diese Fahrten zusätzlich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises je Entfernungskilometer und Monat hinzu. Ein Beispiel: Bei einem Bruttolistenpreis von 50.000 Euro und 20 Kilometern einfacher Strecke ergeben sich 500 Euro für die reine Privatnutzung und 300 Euro für den Arbeitsweg, zusammen 800 Euro geldwerter Vorteil pro Monat. Wer selten ins Büro fährt, kann für den Arbeitsweg statt der 0,03-Prozent-Pauschale eine Einzelbewertung mit 0,002 Prozent je Kilometer und tatsächlicher Fahrt wählen, was sich bei wenigen Bürotagen im Monat oft lohnt.
Das Fahrtenbuch als Alternative
Statt der Pauschale lässt sich der private Nutzungsanteil exakt ermitteln. Beim Fahrtenbuch werden die tatsächlichen Gesamtkosten des Wagens, also Abschreibung, Kraftstoff, Versicherung, Wartung und Reparaturen, im Verhältnis der privaten zu den gesamt gefahrenen Kilometern aufgeteilt. Versteuert wird nur der private Anteil.
Diese Methode lohnt sich vor allem in zwei Lagen: bei geringer Privatnutzung, weil dann nur ein kleiner Kostenanteil als Vorteil zählt, und bei teuren Fahrzeugen, bei denen die Ein-Prozent-Pauschale auf den hohen Listenpreis unverhältnismäßig wird. Der Preis dafür ist der Aufwand. Das Fahrtenbuch muss lückenlos, zeitnah und manipulationssicher geführt werden, mit Datum, Reiseziel, Zweck, aufgesuchtem Geschäftspartner und Kilometerstand für jede einzelne dienstliche Fahrt. Private Fahrten genügen mit Kilometerangabe. Lose Zettel oder eine nachträglich erstellte Excel-Liste erkennt das Finanzamt nicht an und rechnet dann wieder pauschal nach der Ein-Prozent-Regel ab, oft mit einer Nachzahlung über mehrere Jahre. Ein elektronisches Fahrtenbuch mit GPS-Aufzeichnung senkt dieses Risiko deutlich.
Elektro- und Hybridfahrzeuge: reduzierte Bemessung
Für elektrisch betriebene Firmenwagen ist die Bemessung gesetzlich abgesenkt. Bei einem reinen Elektrofahrzeug ohne CO2-Ausstoß wird nur ein Viertel des Bruttolistenpreises angesetzt (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 Nr. 3 EStG), aus der Ein-Prozent-Regel werden so faktisch 0,25 Prozent und aus den 0,03 Prozent für den Arbeitsweg 0,0075 Prozent. Das gilt für einen Bruttolistenpreis bis 100.000 Euro bei Anschaffung ab dem 1. Juli 2025. Für Fahrzeuge, die zwischen 2024 und dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden, liegt die Grenze noch bei 70.000 Euro.
Liegt der Bruttolistenpreis des E-Autos über dieser Grenze, wird die Hälfte angesetzt, also 0,5 Prozent. Mit 0,5 Prozent werden auch begünstigte Plug-in-Hybride besteuert. Ein Hybrid gilt seit 2025 nur dann als begünstigt, wenn er eine rein elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern erreicht oder höchstens 50 Gramm CO2 je Kilometer ausstößt. Erfüllt ein Hybrid diese Schwelle nicht, gilt der volle Ansatz von 1 Prozent. Auch beim Fahrtenbuch wirkt die Förderung: Die Abschreibung des E-Autos geht dort nur zu einem Viertel in die Gesamtkosten ein. Für die GmbH bedeutet das: Ein passend ausgewähltes Elektrofahrzeug senkt die Lohnsteuerlast des Geschäftsführers spürbar.
Die vGA-Falle beim Gesellschafter-Geschäftsführer
Beim beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer gilt eine Besonderheit, die in der Praxis häufig übersehen wird. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs spricht ein Beweis des ersten Anscheins dafür, dass ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer einen ihm zur Verfügung stehenden Firmenwagen auch privat nutzt. Fehlt dafür eine klare, im Voraus getroffene und fremdübliche Überlassungsvereinbarung, behandelt das Finanzamt den Vorteil als verdeckte Gewinnausschüttung, nicht als Arbeitslohn.
Der Unterschied ist teuer. Eine verdeckte Gewinnausschüttung wird mit dem höheren fremdüblichen Wert der Nutzung bewertet statt mit der günstigen Ein-Prozent-Pauschale, und sie erhöht den Gewinn der GmbH, während sie beim Gesellschafter als Kapitalertrag erneut versteuert wird. Diese Doppelbelastung lässt sich vermeiden. Wer die Privatnutzung im Geschäftsführer-Anstellungsvertrag oder in einer gesonderten Vereinbarung ausdrücklich regelt, die Nutzung wie bei jedem Arbeitnehmer über die Lohnabrechnung versteuert und das Ganze fremdüblich gestaltet, bleibt im sicheren Bereich der Ein-Prozent-Regel. Ein im Vertrag vereinbartes Privatnutzungsverbot schützt nur dann, wenn es auch tatsächlich überwacht und durchgesetzt wird.
Welche Methode sich für wen lohnt
Die Ein-Prozent-Regel ist einfach und passt für Vielfahrer mit hohem privaten Anteil und für Fahrzeuge im normalen Preissegment. Das Fahrtenbuch lohnt sich bei geringer Privatnutzung oder teuren Wagen, verlangt aber Disziplin. Ein reines Elektrofahrzeug unter der jeweiligen Bruttolistenpreisgrenze ist 2026 in fast jeder Konstellation die steuergünstigste Variante, weil sich die Förderung auf beide Methoden auswirkt. Beim Gesellschafter-Geschäftsführer steht über allem die saubere vertragliche Grundlage, ohne sie nützt die beste Methode wenig.
Welche Kombination in Ihrem Fall am wenigsten kostet, hängt von Listenpreis, Arbeitsweg, privatem Fahranteil und Antriebsart ab. Emundts & Stoffels rechnet die Varianten für Ihre GmbH durch, prüft die Überlassungsvereinbarung und sorgt dafür, dass die Gestaltung der Betriebsprüfung standhält. Für ein persönliches Gespräch erreichen Sie uns unter +49 (0)2452 91000.